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Liebe Freunde, ich hoffe sehr, dass euch mein persönlicher Reisebericht über den Salto Ángel gefallen hat – eine Reise zum höchsten Wasserfall der Welt ist sicher kein alltägliches Erlebnis.  Solltet ihr in naher Zukunft einen Südamerika-Trip planen, kann ich euch dieses Naturereignis nur ans Herz legen.

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Hier noch einmal die Fakten zum staunen und träumen: 979 Meter ist der Salto Ángel hoch und damit der höchste frei fallende Wasserfall der Erde. Er liegt im Nationalpark von Canaima, einer unfassbaren Regenwaldlandschaft von über 30 000 km², die so abgelegen und urtümlich erscheint, dass man sogar Teile von „Jurassic Park“ hier gedreht hat.

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Der Canaima-Nationalpark ist ein spektakuläres Meer aus Grün

Entdeckt wurde der in der Indiosprache „Kerepakupai merú“ genannte Wasserfall bereits 1910, aber erst durch seine „Wiederentdeckung“ durch den amerikanischen Piloten Jimmy Angel 1933 bekam er schließlich seinen Namen. Umgeben von mächtigen Tafelbergen, den Tepuis, liegt der Salto Ángel etwa 80 Kilometer vom „Flughafen“ von Canaima entfernt, man erreicht ihn nur mit dem Boot oder einem Kleinflugzeug.

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Der Salto Ángel, aus der Luft fast noch beeindruckender als vom Boden

Die Anreise ins Abenteuer ist über verschiedene Städte möglich, zum Beispiel über Ciudad Bolivar, Santa Elena de Uairen oder Puerto Ordaz. Wer noch mehr von Venezuela sehen möchte, reist über Puerto Ordaz an, die Stadt liegt am Delta des Orinoko und bietet nebenbei die Möglichkeit zu mehrtägigen Flussfahrten. Außerdem gibt es hier mit dem Nationalpark La Llovizna ein sehr schönes Erholungsgebiet für Körper und Seele, in dem ihr Affen beobachten und spektakuläre Wasserfälle zu Fuß erwandern könnt, sozusagen als Einstimmung auf das ganz große Abenteuer.

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Die Wasserfälle in Puerto Ordaz sind ein gutes Training für Canaima

Die Preise für die Touren variieren und werden euch auf Anfrage mitgeteilt, für eine Venezuela-Reise gilt aber generell: Vorher Kostenplanung machen und das Geld in bar mitnehmen. Das Land leidet unter einer derart unfassbaren Inflation, dass die Wechselkurse am Bankautomaten oft um das zehnfache schlechter sind als auf der Straße. Dollar oder Euro sind problemlos überall tauschbar, solange ihr euch mit dem gebenenen Menschenverstand bewegt. Auf diese Weise ist es möglich, eine dreitägige Tour zum Salto Ángel schon für etwa 150 Euro zu bekommen, all-inclusive.

Euer Flugzeug landet dann auf dem bereits erwähnten „Flughafen“ von Canaima, der eigentlich nichts weiter ist als eine Landebahn mit nebenstehendem Souvenirstand. Dann entführt euch ein Boot auf dem Fluss Churún etwa vier Stunden lang in eine andere Welt, die Urwälder, die den Fluss umgeben, sind einfach fantastisch und an jeder Flussbiegung erwartet euch ein neuer, gewaltiger Tafelberg. Die Gesteinsformationen namens Tepuis sind mit die ältesten der Welt und entstanden bereits vor Millionen von Jahren – mache Geologen sagen sogar Milliarden.

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Die Tepuis genannten Tafelberge sind Millionen von Jahren alt

Wenn das Boot schließlich auf der Isla Ratón (der Ratteninsel) anlegt, erwartet euch ein etwa einstündiger, ziemlich anspruchsvoller Anstieg durch den dichten Dschungel, um zu einer Aussichtsplattform zu gelangen, von der aus man den Salto Ángel sehr eindrucksvoll sieht. Wer noch ein wenig höher klettert, kann eventuell sogar ein Bad im Becken des Wasserfalls nehmen (je nach Jahreszeit und Wetter, der Guide weiß Bescheid).

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Kein Komfort, dafür umso mehr Abenteuergeist im Nachtlager

Nach einer Nacht im Dschungelcamp, bei Lagerfeuer in Hängematten, geht es am nächsten Tag auf dem Fluss wieder zurück, bei gutem Wetter kann man auch ein zweites Mal zum Wasserfall hinaufsteigen. Unbedingt empfehlenswert ist aber der Rundflug mit einer kleinen Propellermaschine, den man euch für etwa weitere 40 Dollar anbieten wird: Auf jeden Fall der spektakulärste Flug meines Lebens, Worte können so etwas gar nicht beschreiben.

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Die Laguna Canaima bietet spektakuläre Aussichten wie diese

Schließlich steht dann noch ein Boots- und Wanderausflug in der Laguna Canaima an, deren eisenhaltigem Wasser die Einheimischen Heilkräfte nachsagen. Absoluter Wahnsinn ist aber auf jeden Fall auch die Wanderung unter dem Salto Sapo, dem „Frosch-Wasserfall“ hindurch. In der Regenzeit im November ist er besonders kräftig, dafür umso spektakulärer anzusehen. Insgesamt gehört der Ausflug zum Salto Ángel zu den schönsten Reise-Erlebnissen, die ich jemals machen durfte – ein Tagtraum, den ich jedem Südamerika-Fan nur herzlich empfehlen kann.

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Der Salto Sapo macht seinem großen Bruder ordentlich Konkurrenz

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Du warst auch schon in Südamerika und hast einen ganz persönlichen Geheim-Tipp? Wunderbar, immer her damit 😉

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