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Eine endlose Fluss- und Sumpflandschaft, die so groß ist, dass sie weite Teile von Venezuela und Kolumbien bedeckt – warum sollte ich gerade hier einen Urlaub verbringen wollen, könntest du jetzt fragen.

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Nun, wenn dich unberührte Natur fasziniert und du zudem gerne Tiere in freier Wildbahn beobachtest, die es zum Teil nirgendwo anders auf der Welt gibt, dann solltest du deinen Urlaub GENAU hier verbringen.

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Die Llanos sind die Heimat vieler bunter, wunderschöner Vogelarten

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Mama Wasserschwein ist „not amused“ über unsere Störung

Flussdelfine, Wasserschweine, Kaimane, Anakondas, Ameisenbären, Wildhirsche, tausende Vogelarten, Piranhas – während der malerische Sonnenuntergang langsam über der weiten Ebene explodiert, wirst du auf einen wunderbaren Tag in der Natur zurückblicken und hast wahrscheinlich viele dieser Tiere zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen. Auf dem Rücken deines Pferdes reitest du langsam und gemächlich deinem Nachtlager entgegen, Zeit spielt hier keine Rolle, hier gibt es keine Termine, und keine Gedanken an den Alltag. Am Lagerfeuer werden Fleisch und Fisch gegrillt, es wird Gitarre gespielt, gesungen und eiskaltes Bier getrunken – und mittendrin, in dieser abenteuerlichen Gruppe von tollen Menschen aus aller Welt, bemerkst du plötzlich dich selbst.

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Abendstimmung im Paradies – die Llanos sind wie ein Garten Eden

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Der Garzón Soldado, eine Marabu-Art, der grösste Vogel Venezuelas

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Farbexplosion im venezolanischen Herbst. Fast wie ein Gemälde

Nein, das ist kein Traum, auch wenn es wie einer anmuten könnte, du bist heute tatsächlich mit einem kleinen Boot über winzige Flussarme durch einen tiefen Urwald gedümpelt , und dann sind neben deinem Boot plötzlich Delfine aufgetaucht. Du und die anderen habt aufgeregt versucht sie zu fotografieren, und am Ende höchstens doch nur eine Flosse erwischt, aber egal, du warst da, das weiß dein Herz. Später ging es mit einem Jeep über unbefestigte Straßen mitten hinein in das große Nirgendwo, und ständig habt ihr den Fahrer gebeten anzuhalten, um eine Wasserschweinfamilie beim baden zu fotografieren oder eine Kolonie bunter, wunderschöner Vögel.

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Nur die Einheimischen kennen die Wasserstraßen so genau

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Ein eigentlich scheuer Fluss-Delfin taucht neben unserem Boot

Ihr durftet auf dem Dach des Jeeps sitzen wie echte Safari-Urlauber, und hättet euch wohl auch nicht gewundert, wenn da plötzlich irgendwo ein Elefant gestanden hätte. Es hat furchtbar geruckelt, wenn der Wagen mal wieder durch eines dieser riesigen Schlaglöcher gefahren ist, aber das war irgendwie auch das Einzige was dich daran erinnert hat, dass all das hier wirklich passiert ist. Die Natur hat die Bäume und Pflanzen mit einem Farbenrausch verzaubert wie ein impressionistischer Maler, und egal wo du auch hinschaust, überall ist Horizont. Und weil alle nur staunen und keiner redet, redest du eben mit deinem Kopf und deinem Herzen und sagst: He, Leute, schaut mal, wir sind zuhause.

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Like a boss – Safari-Ausflug auf die etwas härtere Tour

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Abendstimmung im Paradies – solche Sonnenuntergänge erwarten dich

Eine Tour in die Llanos buchst du am besten über die Anden-Stadt Mérida, zum Beispiel mit Guamanchi Adventure Tours. Der viertägige all-inklusive Trip hat mich im Herbst 2013 etwa 3000 Bolivares gekostet, das sind weniger als 100 Euro: Dafür bekommst du neben Essen und Unterkunft auch ein echtes Adventure-Paket mit Rafting, Safari im Jeep, Boot und auf Pferderücken sowie als ganz besonderes Highlight ein Piranha-Angeln – die Biester schmecken übrigens verdammt lecker, können aber selbst auch kräftig zubeißen, passt also auf eure Finger auf.

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Vorsicht, bissig – Piranha-Angeln gehörte zu meinen Highlights

In Mérida selbst lohnt es sich übrigens auch Halt zu machen, denn man kann hier wunderbar wandern, zum Beispiel zu den heißen Quellen von Chiguará oder Ejido. Die Stadt selbst hat aber noch ein weiteres Highlight zu bieten: Coromoto, die Eisdiele mit den weltweit meisten Geschmacksrichtungen. Der portugiesische Besitzer Don Manuel (Da Silva Olivera) hat in mehr als 40 Jahren über 1000 erfunden (gibts leider nicht alle gleichzeitig.). Dafür steht er sogar im Guinessbuch der Rekorde. Traut euch mal was und probiert Chicharron, das ist Eis mit Schweineschwarten-Geschmack. Oder wie wärs mit Knoblauch, oder Thunfisch, oder Viagra? Wenn ihr Glück habt, funktioniert sogar die Meridabahn schon wieder, das war/ist die höchste Seilbahn der Welt, die dich auf 4765 Meter Höhe auf den Pico Espejo bringt.

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Nur Grün und Blau – mehr braucht die Farbpalette hier nicht

Was du auch planst in Venezuela – nimm dir auf jeden Fall genügend Cash von zuhause mit. Das Land leidet unter einer unfassbaren Inflation, der Wechselkurs der Banken beträgt etwa 1:7, während du auf der Straße problemlos und ohne Risiko einen Kurs von bis zu 1:70 bekommen kannst – kein Scheiß.

Wer nach der Tour in den Llanos eine Weiterreise ins nahe Kolumbien plant, kann sich auf dem Rückweg in Barinas absetzen lassen und fährt von dort nach San Antonio del Táchira. Grenzstädte sind immer ein bisschen sketchy, also nehmt euch am besten gleich am Busbahnhof ein Taxi und lasst euch für etwa 10 Euro über die Grenze nach Cúcuta fahren. Man wartet dann auch auf euch, während ihr auf den Ämtern aus- und einstempelt. Stellt euch dabei am besten auf längere Wartenzeiten besonders in Kolumbien ein.

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Endlose Weiten – die Llanos erstrecken sich bis nach Kolumbien

Leider kann es vereinzelt dazu kommen, dass die venezolanischen Grenzsoldaten etwas übermotiviert auftreten und deine komplette Ausrüstung durchsuchen – und hinterher, wenn sie nichts gefunden haben, dennoch Bestechungsgeld verlangen. Eure verbliebenen Bolivares könnt ihr dann aber gleich bei den kolumbianischen Straßenhändlern gegen Pesos tauschen, tagsüber gibt es an der Grenze einen großen Markt – in Kolumbien kann man dann aber auch wieder problemlos und ohne Verluste mit Karte abheben.

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Schweineschwarte, Geschmack der Saison. Bald auch in Deutschland?

Und jetzt viel Spaß beim Reise planen.

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