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Du planst einen Urlaub in Südamerika und suchst nach dem ganz besonderen Abenteuer, dass deine Zeit dort unvergesslich macht? Wenn dir langsames Reisen gefällt und du gerne auch zu Fuß ein Land entdeckst, könnte dich eine der folgenden fünf Wanderungen interessieren, die ich dir heute vorstellen möchte.

1. Tayrona-Nationalpark, Santa Marta, Kolumbien

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Du liebst sowohl den Dschungel als auch schneeweiße Traumstrände mit Palmen und kristallklarem Wasser? Dann nichts wie ab in den Norden Kolumbiens. Große Teile des 15 000 Hektar großen Tayrona-Nationalparks erstrecken sich direkt an der kolumbianischen Karibikküste. Auf insgesamt 35 Kilometern kannst du viele sehr schöne Routen entweder alleine oder mit einem Führer erwandern. Vom Mercado de Santa Marta, einem Marktplatz, fahren Busse etwa alle halbe Stunde für etwa 2 Dollar. Wenn du nicht mir einer geführten Tour gehen willst, frage am besten am Parkeingang nach einer Karte und schlag dich durch den Dschungel zu den Stränden durch.

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Ich empfehle dringend, für diese Wanderung nur leichtes Gepäck mitzunehmen, denn es geht erstmal sprichwörtlich über Stock und Stein durch dichten Regenwald – und auch der Sand ist so weich, das es etwas anstrengender werden kann. Dafür belohnt dich die Natur mit unfassbaren Karibikstränden und warmem, kristallblauem Meer. Das Beste: Du kannst solange bleiben wie du willst, also nimm dir ruhig Zeit und ruh dich ein bisschen in diesem Panorama aus, saug es in dich auf.

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Die schönste Wanderung führt zum Postkartenstrand Cabo San Juan del Guia, wo du dann als Krönung des Ganzen sogar noch ein Zelt aufschlagen und campen kannst, wenn du magst – für mich der schönste Campingplatz/Strand, den ich je gesehen habe. Auch um Essen musst du dir keinen Kopf machen, es gibt ein kleines Restaurant, und die frischgepressten Säfte sind herrlich erfrischend. Wenn dir der Rückweg zu Fuß dann zu beschwerlich erscheint, nimm einfach ein Boot nach Santa Marta, ist allerdings etwas teurer mit knapp 20 Euro. Am Strand von Taganga, wo du dann ankommst, gibt es übrigens die günstigsten Hostels der Stadt und die entspannteste Atmosphäre.

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2. Tungurahua-Vulkan, Baños, Ecuador

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Die Stadt Baños wird von den Einheimischen vollkommen zurecht „un pedacito del cielo“ genannt – „ein Stück vom Himmel“. In einem grünen Tal von wunderbaren Bergen umrundet, wirst du wohl kaum sonst irgendwo solche Panorama-Ausblicke beim Wandern genießen wie hier. Die heißen Quellen sind das Highlight für jeden Besucher, hier kannst du für etwa zwei Dollar stundenlang baden und entspannen – abends sitzt dann allerdings die halbe Stadt mit dir im Schwimmbecken.

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Die Wanderung zum Tungurahua-Vulkan ist anstrengend, aber sehr lohnenswert – zumal man nicht auf den Vulkan selbst hochsteigt, sondern zu einem Aussichtspunkt, von dem man ihn bewundern kann. Die Wege sind steil aber gut befestigt, und unterwegs wirst du immer wieder anhalten und die Gewalt der Natur bestaunen. Oben angekommen erwartet dich dann ein ganz besonderes Highlight, die Schaukel am Ende der Welt.

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Irgendwelche Verrückten haben auf dem Aussichtspunkt ein Baumhaus mit einer Schaukel gebaut, die nur für Mutige zu empfehlen ist – man schwingt frei über einem tiefen Abhang, also gut festhalten. Wenn du dich traust, gibts zur Belohnung genau die Art von Fotos, die du dir einrahmen und immer wieder ansehen kannst. Die Stadt ist sehr klein und es gibt zwei verschiedene Anlaufpunkte für die Wanderung, die beide mehr oder weniger versteckt liegen. Fragt einfach die Einheimischen, die zeigen euch gerne den Weg.

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3. Nationalpark Los Arrayanes, Villa La Angostura, Argentinien

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Villa La Angostura liegt mitten im argentinischen Teil von Patagonien, und hier gibt es eigentlich nur zwei Farben in der Natur: Das Blau des Himmels und der Seen und das Grün der tiefen, uralten Wälder. Das reicht aber vollkommen aus, um dich in einen Rausch zu versetzen, den dir keine Droge auf der Welt geben könnte. Die Wanderung im Nationalpark Los Arrayanes ist eine der magischsten, die ich jemals unternommen habe.

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Vom Hafen von Villa La Angostura aus erreicht man den Parkeingang sofort, und nachdem du deinen Eintritt gezahlt hast (es gibt Studentenrabatt), wirst du für die nächsten Stunden kaum mehr als eine Handvoll anderer Menschen sehen – dafür erwarten dich unfassbare Ausblicke auf die blausten Seen und eine fast schon meditative Wanderung. Da es nur einen Weg gibt, kannst du dich nicht verirren, dennoch zeigen überall Schilder, wie weit es denn jetzt noch bis zur Hauptattraktion des Parkes ist, dem Arrayanes-Wald.

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Vorsicht: wenn du ein sensibler Charakter bist, kann dich die Einsamkeit hier schon umhauen, aber wenn du dich auf die Natur einlässt, wirst du ein wunderbares Erlebnis haben. Die wilden Hunde, die sich am Hafen rumtreiben, folgen dir gerne bis in den Wald hinein, mein Freund, der Schäferhund „Nicki“ (mein Name für ihn), begleitete mich sogar über die ganze Tour. Der Ausflug ist ein Tagestrip, vom Hafen bis zum anderen Ende der Insel sind es etwa 15 Kilometer auf und ab. Zurück kannst du dann aber ganz entspannt ein Boot nehmen und nochmal den Ausblick auf den See genießen.

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4.Inka Jungle, Cusco, Peru

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Du willst unbedingt Macchu Pichu besuchen, aber die tolle „Inka Trail“-Tour ist über Monate ausgebucht? Versuch es mit Inka Jungle, du wirst nicht enttäuscht sein. Los geht es in Cusco mit einem kleinen Bus zum 4350 Meter hohen Gipfelplateau des Abra Málaga, wo dich gleich das erste Highlight erwartet: Eine Fahrradtour ins Tal, drei Stunden und 55 Kilometer über gewundene Bergstraßen, die dir ein unfassbares Panorama bieten. Der erste Tag der Tour endet dann in Santa Marta, wo du optional noch Rafting machen oder dich einfach ausruhen und verarbeiten kannst, was du gesehen hast.

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Am zweiten Tag wanderst du mit der Gruppe los und wirst bestimmt richtig gefordert, denn es geht gleich mit einem stundenlangen, steilen Anstieg los, bei dem ihr das Tal schnell hinter euch lasst. Insgesamt 23 Kilometer Trekking sind angesagt, schäm dich also nicht mal die ein oder andere Atempause zu machen – oder auch einfach die Natur zu bewundern. Auf Wegen, auf denen auch schon die Inkas gewandert sind, bahnst du dir deinen Weg nach Santa Teresa, wo dich eine ganz besondere Belohnung erwartet: kaltes Bier und heiße Thermalquellen in einem überwältigenden Bergpanorama.

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Tag drei wartet wiederum mit 16 Kilometern Trekking auf, bevor du an dein Ziel kommst, das traumhafte Bergdorf Aguas Calientes, das direkt unter Machu Picchu liegt. Ein ganz besonderes Highlight ist hier die Wanderung an Eisenbahnschienen entlang durch den Dschungel, aber Vorsicht: die Bahn fährt noch, etwa jede Stunde einmal rauscht sie vorbei. In Aguas Calientes habe ich zwei Tipps für euch. Erstens: wenn ihr mit dem Bus nach Machu Picchu hochwollt, holt euch das Ticket sofort und spart euch Wartezeiten früh morgens. Zweitens: investiert ein wenig Geld und gönnt euch eine Massage. Meine Beine waren nach drei Tagen wandern so sauer, dass ich kaum noch laufen konnte.

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Über Machu Picchu selbst muss ich wohl nichts mehr schreiben, nur so viel daher: Ich habe mir damit einen Kindheitstraum erfüllt und Worte und Artikel und Fotos können nicht ansatzweise beschreiben, wie fantsatisch und magisch und inspirierend dieser Ort wirklich ist. Vier Tage gibt es schon ab 180 Dollar. Fahrt hin und erlebt es selbst. Nein wirklich, raus jetzt und Reise buchen. Sofort!!!

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5. Nationalpark Cabo Polonio, Cabo Polonio, Uruguay

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Für diese Wanderung gilt mehr als für die anderen: Der Weg ist das Ziel. Wenn du den Bus von der Hauptstadt Montevideo ins etwa 260 Kilometer entfernte Cabo Polonio nimmst, setzt der Busfahrer dich irgendwann nach etwa 5 Stunden Fahrt einfach im Nirgendwo am Eingang des Nationalparks ab. Der Park selbst besteht vor allem aus bizarren, windgepeitschten Bäumen und großen Sanddünen, über die du etwa 8 Kilometer zum so ziemlich abgeschiedensten Ort wandern kannst, den du je gesehen hast. Cabo Polonio liegt auf einer felsigen Küste und hat im Winter etwa 70 Einwohner, die ohne Internet leben und ihren Strom aus Windkraft gewinnen.

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Wenn du Ruhe und Entspannung suchst, ist dieser Ort dein Paradies: Ich habe dort fünf Tage lang nur gegrillt, geangelt und Gitarre gespielt und mich noch nie so frei gefühlt. Dich empfängt die Stille, ohne dich zu umfangen, sie hat nichts erdrückendes, sondern ist wahnsinnig beruhigend. Wenn du im Meer schwimmen gehst, kann es sein, dass du Gesellschaft bekommst: Vor Cabo Polonio gibt es eine große Seelöwen-Kolonie, es ist wunderbar ihnen beim spielen und schwimmen zuzusehen.IMG_5321

Kleiner Tipp: Wenn du gerne angelst, freunde dich mit dem Leuchtturmwärter an, der hat uns an einem Tag unser Abendessen aus dem Meer geholt (und mich ausgelacht, weil ich mich so ungeschickt angestellt habe). Abends am Lagerfeuer singen dann alle gemeinsam, oder man geht zu Joselu in seine Bar, die in einem riesigen Busch „versteckt“ ist. Man sagt, dass viele der Menschen, die das Dorf früher einmal besucht haben, heute dort wohnen. Geh hin, und du wirst verstehen warum. IMG_5347

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