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Wenn du auch jemand bist, der nach einer Reise eigentlich gleich schon wieder abhauen will: Sorry, gegen Reisefieber gibt es keine Medizin. Gegen den Alltag dagegen schon.

 

Wer kennt das nicht: Du bist gerade von einer tollen, aufregenden, lebensverändernden Reise wieder nach Hause zurückgekehrt, und was erwartet dich zuhause? Alltag, das Leben was du immer geführt und wegen dem du vielleicht sogar abgehauen bist – um ihm mal für eine Weile zu entkommen, nämlich. Du kommst ins Büro, die Kollegen gucken kurz auf und nicken, ah, schon wieder zwei Wochen rum anscheinend, in der Kaffeepause erzählst du dann vielleicht noch schnell deine Lieblingsanektdote von unterwegs, bevor dann ein Spruch kommt wie: Ich muss jetzt mal weitermachen, wir quatschen später.

Alle Freunde und Familienmitglieder empfangen dich fröhlich und wollen wissen wo du überall gewesen bist, aber schon nach kurzer Zeit fragt dich niemand mehr, denn du bist ja wieder da, und mit dir der Alltag. Alle Tage, jeden Tag – Alltag eben, und in dir kommt Frust auf – warum ist die schöne Zeit so schnell vergangen, während der boring Nine-to-Five-Job sich jeden Tag so anfühlt, als wäre dein gesamter Jahresurlaub in ein paar Stunden verstrichen? Mir fällt es selbst immer wahnsinnig schwer, das zu akzeptieren, zumal ich mich als Freiberufler jeden Tag aufs neue selbst motivieren muss, sonst passiert gar nichts, und die Zeit zuhause wird noch frustrierender. Aber was kann man dagegen tun, dass einen der Alltag nur allzu schnell wieder einholt? Hier ein paar Gedanken von mir dazu:

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Auf der Reise selbst: Führe Tagebuch, mach viele Bilder und triff neue Leute

Schreib auf was dir unterwegs passiert, über was du dich gewundert, gefreut und geärgert hast – die besonderen Momente eben, an die du dich auch später erinnern willst. Schreiben ist wie eine Gedächtnisstütze, es hilft dir, das Erlebte besser zu verarbeiten und abzuspeichern. Noch besser helfen dir Fotos dabei, denn mal ehrlich: Bei fast jedem Bild wirst du dich später daran erinnern was du gerade erlebt, gedacht und gefühlt hast, als du es aufgenommen hast. Mir steigen nicht selten dann sogar wieder ganz bestimmte Gerüche in die Nase oder ich erinnere mich an Geräusche, und schon ist der Urlaub vor meinem geistigen Auge wieder lebendig. Neue Freunde zu treffen ist denke ich für uns alle einer der Hauptgründe zu reisen, denn unterwegs triffst du garantiert mehr Leute, die so sind wie du: Sie bestätigen dich in deinen Ansichten und Meinungen zum Leben, nehmen genau wie du gerade alles ein bißchen lockerer und sind genauso, wie der Alltag eben nicht immer ist: Jede Menge Spaß.

Ihr erlebt gemeinsam ein unvergessliches Abenteuer oder teilt vielleicht auch nur ein miefiges Hostelzimmer für eine Nacht, aber was bleibt ist die Erinnerung und meistens auch eine neue Freundschaftsanfrage auf Facebook – und schon ergeben sich unendliche Möglichkeiten für deine nächste Reise. Du suchst einen Schlafplatz oder willst wissen, was in der Stadt so los ist, die du gerne besuchen möchtest? Frag deine Freunde von unterwegs. Ich reise meistens nur mit einem ganz groben Plan im Kopf los, denn unterwegs ergibt sich immer etwas Spannendes.Und mal ehrlich: Es ist ein tolles Gefühl, sich irgendwann vielleicht in einer ganz anderen Ecke der Welt mal wiederzutreffen.

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Nach kurzer Zeit daheim: Halt deine Erinnerungen fest

Wenn du nach Hause kommst, tu dir selbst einen Gefallen und mach sobald wie mögliche eine Best-of-Auswahl deiner schönsten Bilder. Du wirst wissen, warum du gerade sie ausgewählt hast, sie repräsentieren die Essenz deiner Reisen und wecken die meisten Emotionen – und außerdem sehen sie einfach auch verdammt gut aus, alles andere als Alltag eben. Kleb diese Bilder in ein Album, vielleicht sogar zusammen mit Eintritsskarten oder anderen Erinnerungsstücken, die am Ende deiner Reise aus irgendeinem Grund noch in deinem Rucksack waren. Im Zeitalter der Digitalfotografie macht man heute viel zu schnell viel zu viele Bilder, und mal im Ernst: Wann hast du den Ordner „Urlaub 2012“ zum letzten Mal angeklickt? Eben.

Ein Album wirst du immer wieder gerne durchblätern, denn durch das Gefühl des Anfassbaren werden auch deine Erinnerungen wieder lebendiger, als wenn du deine Freunde mit einer endlosen Diashow nervst. So ein Album eignet sich übrigens auch hervorragend als Geschenk für alle Daheimgebliebenen. Ich habs letztes Weihnachten so gemacht und unter jedes Foto noch kleine Anekdoten geschrieben, Freudentränen der Verwandten garantiert. Ein besonders gelungenes Bild eignet sich auch hervorragend als Wandschmuck. Du musst es nur anschauen, schon träumst du wieder ein bißchen. Über meinem Bett hängt übrigens Rio Bei Nacht, vom Corcovado aus gesehen (da, wo die große Jesus-Statue steht).

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Nach längerer Zeit daheim: Mach den Alltag zu einem kleinen Abenteuer

Für mich bedeutet Abenteuer vor allem etwas sehen, das ich noch nicht kenne, und etwas Neues entdecken, ob nun zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto, oder sogar auf einem Boot: An meinem Geburtstag letztens waren wir mit der Familie im Spreewald und sind in einem Kahn vier Stunden lang durch die herrlichste Natur gegondelt und haben mitten im Wald Forelle gegessen. In Berlin ist das Thema „Neues entdecken“ natürlich auch unproblematisch, aber schau dich mal bei dir in der Gegend um und frag deinen Bauch, was ihn denn so reizen würde – du wirst überrascht sein, was du alles jenseits des Tellerrandes findest. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? He, in Deutschland gibt es 15 Nationalparks mit über 2000 KM² Fläche – warst du schon mal in einem?

Wochenenden, vor allem lange, eignen sich doch auch perfekt für einen kleinen Urlaub jenseits der Realität. Besuch mal wieder ein paar deiner (Facebook)-Freunde. Ich fahr nächste Woche mal wieder in meine alte Studentenstadt Darmstadt und freue mich schon jetzt wie ein kleines Kind darauf – und schon sind die Erinnerungen an drei wunderbare Jahre wieder da. Mit solcher Energie lassen sich die Alltags-Akkus ganz leicht wieder aufladen.

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Nach viel zu langer Zeit: Plan die nächste Reise

Als Selbstständiger ist das vielleicht zu leicht gesagt, aber ich denke immer schon an Möglichkeiten für meine nächste Reise, eigentlich noch bevor ich wieder da bin. Reisen macht süchtig, das wissen wir alle, die Welt, ist groß, das Leben kurz, blablabla. Eine Reise zu planen kann der Silberstreif am Horizont für einen gestressten Bürogaul sein, denn du hast etwas, auf das du dich schon lange im Voraus freuen kannst. Du suchst Infos und Bilder im Netz zu den Orten, die du besuchen willst, und es fängt an, in deinem Bauch leicht zu kribbeln, und du würdest am liebsten sofort die Koffer packen und losziehen. Sieh es mal so: Ich könnte quasi immer verreisen, habe aber als Self Employer gar nicht (mehr) die Kohle dafür. Du buckelst und machst vielleicht im Alltag, aber kannst dann deine Reise umso mehr genießen. Du bist dein eigener Boss, hast den Neid der Kollegen sicher, das hast du dir jetzt so richtig verdient.

Und wenn du einfach nur zuhause bleiben und mal so richtig abschalten willst, ist das auch wunderbar: Urlaub ist, was du draus machst.

Wie überstehst du den Post-Reise-Blues? Verrat uns deine Tipps wenn du magst…

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