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Flickr/rene.schlaefer

Flickr/rene.schlaefer

Auch wenn jetzt die Tage langsam wieder kürzer werden und die Temperaturen sinken, ist das kein Grund, sich zuhause zu verkriechen. Im Gegenteil: Berlin ist auch im Herbst eine wunderbare und aufregende Stadt, in der du viel entdecken wirst. Parks, Wälder und unzählige Seen laden zu traumhaften Spaziergängen ein, also raus mit dir und ab in die Sonne – der Winter kommt früh genug, wetten!?

Für die Reisesuchmaschine www.goeuro.de habe ich mich mal umgeschaut

1. Grunewald

GoEuro Herbstspaziergänge in Berlin-Grunewald

Foto: Flickr/János Balázs

Der Grunewald ist nicht nur das größte Waldgebiet im Westen Berlins, sondern zweifellos auch das schönste. Unter majestätischen alten Bäumen bekommst du ganz schnell das Gefühl, gaaanz weit weg vom Großstadtlärm und der ganzen Hektik des Alltags zu sein. Auf über 22 km² findest du unzählige Spazierwege und einige Highlights: Zum Beispiel den Teufelsberg, auf dem eine alte verfallene CIA-Abhörstation steht. Die diente damals Spionen, heute hat sie schon einige legendäre Open Airs gesehen. Du wirst in ganz Berlin wohl keinen spektakuläreren Aussichtspunkt finden als den Grunewaldturm, von dem aus du auf 55 m Höhe die ganze Stadt und vor allem die Berliner Seenkette um den Wannsee überschaust. Die „Sandgrube im Jagen 86“ wurde früher industriell genutzt und ist heute eine atemberaubende Naturkulisse für Spaziergänger: In dem durch Abbauarbeiten entstandenen, bis zu 25 m tiefen „Tal“ gibt es 300 naturgeschützte Pflanzen- und 188 Schmetterlingsarten. Das Juwel des Grunewalds  aber ist die Pfaueninsel, die du am besten mit dem Bus der Linie 218 ansteuern solltest, denn der ist ein weiteres Highlight: Er durchquert den gesamten Grunewald, und zu bestimmten Zeiten verkehren sogar historische Fahrzeuge aus den 60er- bzw. 70er Jahren. Einmal auf der Pfaueninsel angekommen, kannst du deinen Spaziergang fortsetzen und wunderbare Panoramen genießen. Wenn du Glück hast, findest du sogar eine Pfauenfeder: Die Tiere leben dort das ganze Jahr über und haben der Insel ihren Namen gegeben.

2. Schloßpark Charlottenburg

GoEuro Herbstspaziergänge in Berlin-Schlosspark Charlottenburg

Foto: Flickr/Roma Karasyov

Berlins wohl schönste und am besten gepflegte öffentliche Grünfläche liegt mitten im Herzen von Charlottenburg und ist eigentlich das ganze Jahr über einen Spaziergang wert. Wenn sich aber die Blätter bunt färben und von der naheliegenden Spree ein frischer Wind rüberweht, ist es hier besonders schön. Unter erhabenen Eichen und Platanen gelegen, existiert der Park bereits seit 1699 – er war ein Geschenk von Kurfürst Friedrich III an seine Frau Sophie Charlotte von Hannover, nach der auch der Bezirk benannt ist. Das pompöse Schloß Charlottenburg wurde ihre Residenz – heute kommen jeden Tag unzählige Spaziergänger, Jogger, Fahrradfahrer und Touristen, um ihren Tag im Park zu genießen oder das Schloß zu besuchen. Das ganze Jahr über blühen in der Parkanlage Blumen der Saison, und auf jeder Parkbank erwartet dich ein anderes tolles Panorama –  zum Beispiel am parkeigenen See, in dem Enten und Schwäne genauso zuhause sind wie Karpfen und andere Fische. Die Spazierwege im Schloßpark führen, teilweise am Wasser entlang, bis in die benachbarten Bezirke Spandau bzw. Wedding, und wohl kaum sonstwo ist es in Berlin so schön wie an der Spree. Wenn du die Zeit hast, komm am besten unter der Woche auf einen Besuch vorbei, dann ist der Park nicht ganz so überlaufen.

3. Glienicker und Sakrower See

Go Euro Herbstspaziergänge in Berlin-Glienicker See

Foto: wikimedia.org/Michael Fiegle

Ok, mal ehrlich, selbst wenn du in Berlin lebst, bist du wahrscheinlich noch nie soweit aus der Stadt gefahren – aber es lohnt sich. Der Glienicker See liegt im Stadtteil Kladow im Bezirk Spandau, und eigentlich gibt es hier neben dir nichts außer dem Blau des Himmels und der Seen sowie dem Grün der Wälder. Aber genau das ist das Phantastische: du genießt auf deinem Herbstspaziergang eine unvergleichliche Ruhe und Entspannung, und alles was du hörst, ist das Zwitschern der Vögel. Übrigens: Der Glienicker See hat das sauberste Wasser von allen Badeseen in ganz Berlin, also lohnt sich auch im Sommer ein Besuch. Aufregend wird es, wenn du zum Sakrower See weiter willst. Die Tour zu Fuß ist zwar kein Problem und dauert maximal  25 Minuten, aber du überquerst dabei den ehemaligen Grenzstreifen, denn Sakrow liegt in Brandenburg. Der See ist eine absolute Natur-Perle, sowie auch der umliegende Forst, der nicht umsonst Königswald heißt. Du kannst auf einem wunderbaren gewundenen Trampelpfad einmal um den See laufen und dabei die spektakulären Aussichten genießen, wenn die Herbstsonne auf das Wasser scheint.

4. Lietzenseepark

GoEuro Herbstspaziergänge in Berlin-Lietzensee

Foto:Flickr/GillyBerlin

Ein wunderschöner See, eingerahmt von uralten gigantischen Platanen erwartet euch im Herzen von Charlottenburg, dort, wo West-Berlin am schönsten ist. Der Lietzenseepark liegt zentral am U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz und ist nicht zuletzt deshalb das liebste Naherholungsgebiet vieler Charlottenburger. An den grünen Ufern des Lietzensees kann man wunderbar sitzen oder spazierengehen, ohne vom Lärm der Stadt gestört zu werden – und ist von ihr dennoch immer nur höchstens einige hundert Meter entfernt. Gleich neben dem Park befinden sich ein Basketballplatz und mehrere Tischtennisplatten, so dass sich der Lietzenseepark auch für einen kleinen Aktivurlaub vom Alltag hervorragend eignet. An einer Stelle kann man einen Tunnel zur jeweils anderen Seeseite durchqueren, über dem die Kantstraße verläuft – an der Brücke dort bringen Liebespaare gern Vorhängeschlösser mit ihren Treueschwüren an. Der Park ist aber auch so romantisch genug für unvergessliche Herbstspaziergänge – und wenn du müde bist, setz dich einfach in das kleine Café am Ufer und genieß eine heiße Schokolade.

5. Gutspark Neukladow

GoEuro Herbstspaziergänge in Berlin-Gutspark Neukladow

Foto:Flickr/michael.Berlin

Auch wenn dieser Park ganz besonders jwd („janz weit draußen“ – Berlinerisch für „ganz weit draußen“ oder „außerhalb der Stadt gelegen“) für dich erscheint, für die schönen Dinge muss man eben manchmal ein bißchen weiter reisen. In diesem Fall in das Dörfchen Kladow im Bezirk Spandau, wo an der wunderschön am Wasser der Havel gelegenen Imchenallee der Gutspark Neukladow beginnt. Stundenlange Spaziergänge am Havelufer oder durch die alten, wunderschönen Waldstücke sind hier garantiert, und weil du so weit fahren musstest, kommt garantiert sogar ein bisschen Urlaubsfeeling dabei auf. Der Gutspark erstreckt sich auf herrlichen Spazierwegen bis ins benachbarte Dorf Gatow, und es gibt einen durchgängigen Fahrradweg, von dem aus du von Kladow sogar bis zum Rathaus Spandau fahren kannst – und von dort aus weiter bis nach Köpenick, fast immer am Wasser entlang. Am Eingang wird dir ein altes Haus auffallen, das eher aussieht wie ein kleines Schloss – hier hat einst die Mutter von Reichskanzler Bismarck gelebt.

6. Spandauer Forst

GoEuro Herbstspaziergänge in Berlin-Spandauer Forst

Foto: Flickr/saiht

Mal ehrlich: Wie oft hast du als Stadtmensch schon Wildschweine und Hirsche in freier Wildbahn gesehen? Im Spandauer Forst ist das möglich, obwohl die Tiere natürlich nicht ganz frei herumlaufen, sondern in weiträumigen Gehegen. Außerdem wird der Wald auf seiner gesamten Länge von einem kleinen Wasserlauf durchzogen, der sogenannten Kuhlake. Merk dir diesen Spot am besten gleich auch für den Winter, den wenn das Wasser friert, hat man eine unvergleichliche Eislaufbahn mitten durch den Wald. Während der Herbst aber gerade erst so richtig im Kommen ist, bietet dir der lichtdurchflutete Wald viele Wege zum Spazierengehen und Staunen. Sammel doch mal ein paar Eicheln und fütter die Wildschweinbabies, oder wirf den zahllosen Enten ein altes Brötchen zu – das Kind in dir wird laut lachen vor Freude. Die Strecke durch den Wald ist derweil auch als Fahrradweg geeignet, denn die Kuhlake zieht sich von Spandau mehrere Kilometer bis ins benachbarte Schönwalde – Ein wunderbarer Berliner Herbst-Wald.

7. Habichtswald

Go Euro Herbstspaziergänge in Berlin-Habichtswald

Foto: Flickr/Harald Hoyer

Wie wäre es mit einem Spaziergang, der nicht nur erholsam ist, sondern auch geschichtsträchtig? Der Habichtswald verläuft an seinem westlichen Ende an der Potsdamer Chaussee entlang, und genau dort war bis 1990 auch die Berliner Mauer. Doch der alte Wald ist vor allem deshalb so besonders schön, weil er häufiger von lichtüberfluteten Feldern unterbrochen wird, auf denen auch heute noch die wenigen verbliebenen Berliner Bauern im Herbst ihre Ernte einfahren. Schau mal etwas genauer links und rechts des Wegesrandes, vielleicht entdeckst du einen riesigen Ameisenhaufen. Oder guck in die Luft und beobachte die Greifvögel, die dem Wald seinen Namen gegeben haben. Eine besonders schöne Spazierstrecke führt durch den Gatower Teil des Waldes und endet auf der Landstraße 265 (ja, die heißt wirklich so), die wiederum in Alt-Gatow an einer wunderschönen Wiese am Havelufer endet. Wenn du Glück hast, kannst du sogar noch ein paar Äpfel, Birnen oder Pflaumen ernten, die am Wegesrand wild wachsen.

8. Krumme Lanke/ Schlachtensee

GoEuro Herbstspaziergänge in Berlin-Schlachtensee

Foto: Flickr/ Pedro Szekely

Auch in Berlin-Zehlendorf zeigt sich der Grunewald von seiner besten Seite, besonders an den zwei wunderschön gelegenen Gewässern Krumme Lanke und dem Schlachtensee. Die Rundwege um die Seen sind ideal für romantische Herbstspaziergänge oder auch einen längeren Ausflug mit dem Fahhrad. Doch auch ein Abstecher zu den umliegenden Siedlungen lohnt sich – die schönsten (und teuersten) Villen Berlins stehen hier – noch etwas für dich zum Träumen. Wenn du dann nach einem Tag am Wasser müde bist, setz dich am Schlachtensee in den Biergarten der „Fischerhütte“ und genieß die Aussicht.

9. Schloßpark Sanssouci

Go Euro Herbstspaziergänge-Schlosspar Sanssouci

Foto: Flickr/Andreas Levers

Dieser Park legt nicht in Berlin, sondern im benachbarten Potsdam, aber wer ausgedehnte Spaziergänge vor historischer Kulisse mag, wird diesen Park lieben. Das unfassbar prunkvolle Schloß selbst war der liebste Zufluchtsort von Friedrich dem Großen, und besonders im Park versteht man, warum: die Spazierwege sind fast schon Alleen, von riesigen alten Bäumen gesäumt. Durch den Park ist es dann zu Fuß auch nicht mehr weit bis ins Holländische Viertel, zum Schloß Cecilienhof, oder zum Krongut Bornstedt – eigentlich ist der gesamte historische Kern von Potsdam einen Spaziergang wert. Ein weiterer fast schon legendärer Ort in der Nähe ist die Glienicker Brücke, die früher eine Grenze zwischen West- und Ostberlin markierte, und auf der nicht selten gefangene Spione ausgetauscht wurden. Versuch doch mal rauszufinden, wo genau Wolfgang Joop und Günter Jauch leben – beide haben Häuser/Paläste an Potsdamer Gewässern.

10. Spreewald

GoEuro Herbstspaziergänge in Berlin

Foto: Flickr/ Stefan Fussan

Ok, noch ein Ort außerhalb Berlins, aber als Naturfreund muss man mindestens einmal im Leben den Spreewald besucht haben, Punkt. Dieses unfassbare Naturparadies liegt etwa 100 km außerhald der Hauptstadt und erstreckt sich auf einer Fläche von 475 km². Es wird wegen seiner unzählbaren verzweigten Wasserstraßen auch das Venedig Brandenburgs genannt. Unter uralten Bäumen kann man an den vielen kleinen Kanälen wunderbar spazieren gehen, aber ein echtes Muss ist eigentlich eine Kahnfahrt. Viele Spreewald-Bewohner leben vom Tourismus und fahren Besucher mit ihren Kähnen über die vielen Wasserstraßen, wobei gewöhnlich viel gelacht und noch mehr Schnaps getrunken wird. He, sogar der Briefträger kommt hier per Boot. Ebenfalls Pflicht: Schmalzbrot und Spreewaldgurken essen. Von Berlin aus steuert die Regionalbahn mehrere Orte im Spreewald an, und sei sicher, einen Besuch dort wirst du niemals vergessen.

Quelle: http://blog.goeuro.de/berlin-herbstspaziergaenge/

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