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Warum sich Reiseblogger wieder auf das Reisen konzentrieren sollten, statt sich selber und ihr ach so geiles Leben abzufeiern…

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Ihr Lieben, ihr habt ja selber gemerkt, hier war lange nichts los, aber ich hatte einfach keine Zeit für den Blog, denn auch ein Gipsy kann leider nicht nur von Luft und Liebe leben, daher hieß es in den letzten Monaten heftig ackern, um mir meinen Traum vom unabhängigen arbeiten erfüllen zu können. Es hat sich gelohnt, ich bin jetzt näher dran als je zuvor, und dafür habe ich natürlich auch ständig bei anderen Reisebloggern geschaut, was die denn so machen.

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Dabei ist mir etwas aufgefallen: Oft wird da ein Spirit propagiert, den die Blogger überhaupt nicht (mehr) leben. Ist es wirklich noch „Off the Path„, wenn man mit einem Porsche Panamera in einer bezahlten Werbeaktion durch die Gegend fährt? Und auf welchem „Planet Backpack“ würde ein Reisender ein Yoga-Retreat einem lauten, belebten, ehrlichen Hostel vorziehen? Ganz ehrlich, ist das die Art wie Backpacker und Gipsies reisen? Ich denke eher nicht, denn wir lieben vor allem das Reisen an sich, einfach mal für ein paar Tage, Wochen, Monate alles hinter sich lassen, nichts wie weg und keine weiteren Fragen. Wo wir dabei landen ist eigentlich egal, solange wir das tun könnenw was wir lieben: Entdecken, staunen, probieren und eine Menge nette neue Leute kennen lernen.

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Lernt man bei der Fahrt mit einem Porsche für einen Milliardenkonzern diese Leute kennen? Ich jedenfalls würde lieber in einem rumpligen überfüllten Bus mit Schrittgeschwindigkeit über holprige Landtsraßen fahren, denn das ist es doch, was wir Gipsies lieben: Das wirklich Echte kennen lernen, das Ehrliche, das eben auch manchmal dreckig und laut ist und stinkt. Würde man das auch in einem Yoga-Retreat finden? Eher doch in der kleinen Herberge, wo eine alte Gitarre an der Wand hängt und alle abends gemeinsam am Lagerfeuer zusammen sitzen und grillen und singen und trinken.

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Das ist es, was wir Gipsies wirklich suchen, Wegfahren um des Wegfahrens willen, egal wohin, hauptsache raus aus der Enge der Routine und dem ganzen 9-to-5-Scheiß, den man uns gerne als einzigen Weg und „da musste jetzt durch“ verkaufen will. Manche Kollegen scheinen das ein wenig aus den Augen verloren zu haben, ihre eigenen bescheidenen Anfänge vergessen zu haben – diese Anfänge sind es aber doch, die sie dahin gebracht haben, wo sie heute stehen. Sie sind zurecht Deutschlands erfolgreichste Reiseblogger, weil sie anscheinend einen Nerv treffen, nämlich euren. Doch es liegt in eurer Hand, das traveling gipsy bleibt.

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Ein Blog funktioniert genau wie eine Zeitung oder jedes andere privatwirtschaftlich organisierte Gut am Markt nach den Prinzipien von Angebot und Nachfrage. Das heißt, ihr müsst selber wieder die dreckigen, einfacheren, eurer Lebenswelt näheren Themen fordern und mit Klicks belohnen, wenn ihr über die Art von Reisen lesen wollt, die ihr auch gerne selber machen würdet. Wenn Reisen mit dem Porsche aber mehr Likes bekommen, dann gibt es eben, na klar, zukünftig noch mehr Reisen mit dem Porsche.

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Und das ist einfach nicht mehr gipsy, das sind nicht wir, so denke ich. Schaut doch öfter mal bei den kleineren Blogs vorbei, denn da sind noch die Leute, die sich für eure Stories wirklich die Hände schmutzig machen und manchmal dahin gehen, wo es weh tut. Und genau das ist es auch, was den Zauber und die Faszination des Reisens ausmacht: Losziehen, auf die Fresse fallen, weiterziehen, und ganz nebenbei eine Lektion fürs Leben lernen. Wir brauchen keine Lifecoaches, genau dieses Leben ist unser Lehrer. Wir sind keine digitalen Nomaden, wir sind ganz einfach Weltenbürger. Und vor allem machen wir lieber selber, statt andere machen zu lassen. Deshalb, nichts wie raus mit euch auf große Tour, and keep traveling gipsy!

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